Elke Hoff -

18.06.2009

Reisebericht Pakistan

In der Zeit vom 14. - 19. April 2009 besuchte ich zum fünften Mal in dieser Legislaturperiode Pakistan. Die Besuchsziele waren dieses Mal die Städte Islamabad, Muzaffarabad (Kashmir) sowie Peschawar. Ziel meiner Reise war es, einen tieferen Einblick in die aktuelle innenpolitische Situation sowie die Lage in den Stammesgebieten, vor dem Hintergrund der jüngsten Konflikteskalation in den Federally Administered Tribal Areas (FATA) und der North West Frontier Province (NWFP) sowie einen Überblick über die aktuelle Lage in Kashmir und dessen Auswirkungen auf die Gesamtstabilität der Atommacht Pakistan, zu erhalten.

Die Stimmung bei allen meinen Gesprächspartner war überwiegend frustriert, besorgt und in hohem Maße als hilflos zu bezeichnen. Die Enttäuschung über das Agieren der jetzigen Regierung war deutlich spürbar, und es scheint als drohe die Regierung den hohen Vertrauenvorschuss, den sie durch den klaren Wahlsieg von der Bevölkerung erhalten hat, zu verspielen. Die Befürchtung, dass bei einer weiteren Verschlechterung der innenpolitischen Situation das Militär gezwungen sein könnte, wieder die Macht zu übernehmen, wird von vielen Gesprächspartnern nicht mehr ausgeschlossen, da es die einzige Institution sei, die das zerfasernde Land zusammenhalten könne, selbst wenn innerhalb der Militärführung selbst kein Wunsch nach Übernahme der Macht zu erkennen ist. Grundsätzlich wurde von allen Gesprächspartnern die Hoffnung geäußert, dass sich Deutschland bzw. Europa stärker als bisher für eine friedliche Lösung in der Gesamtregion einsetzen.

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