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Berliner Notizen
Elke Hoff: Die Personalquerelen müssen aufhören
Was macht ein Bundestagsabgeordneter eigentlich in Berlin? Wie lebt und arbeitet er - und welche Positionen bezieht er zu aktuellen Themen? Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis schreiben es für Sie auf. Heute ist damit Elke Hoff von der FDP an der Reihe.
Dreikönigstreffen als Krisengipfel: Wird sich die FDP 2012 wieder fangen?
Die FDP hat in dieser Koalition gute Arbeit geleistet: Wir haben die Aussetzung der Wehrpflicht, einen deutlichen Abbau bei der Neuverschuldung sowie zusätzliche Mittel für Forschung und Bildung auf den Weg gebracht. Dies sind nur einige Beispiele. Leider ist es uns nicht gelungen, diese Erfolge liberaler Politik unseren Wählern zu verdeutlichen. Wir haben uns zu viel mit Personalquerelen und Personaldiskussionen beschäftigt, das muss aufhören. Wenn wir eine vernünftige Regierungsarbeit vorlegen und dies auch deutlich zum Ausdruck bringen, wird sich die FDP 2012 auch wieder fangen.
Das Volk auf der Straße: Wie kann in Russland wieder Ruhe einkehren?
Die Hauptprobleme Russlands sind die massive Korruption und der Versuch der Regierung Putin, die Opposition im Land zu unterdrücken. Hinzu kommt, dass die Gerichte im Land nicht unabhängig sind und die russischen Bürger dieser Willkür ausgesetzt sind. Die Bekämpfung der Korruption, die Beteiligung der Bürger und der Parteien an der politischen Willensbildung, die Unabhängigkeit der Gerichte und eine gerechtere Verteilung des Staatseinkommens wären wichtige Schritte, damit Russland wieder zur Ruhe kommt.
Deutschen Verbrauchern drohen 2012 höhere Preise für Strom, Öl, Gas - ist der Preis für die Energiewende (zu) hoch?
Ich glaube, dass nur ein Teil der Preiserhöhung zu Beginn des Jahres auf die Energiewende zurückzuführen ist. Steigende Rohstoffpreise spielen hierbei auch eine Rolle. Schließlich sind die Kohle-, Gas- und vor allem Ölvorkommen endlich. Genau deshalb ist die Energiewende der richtige Schritt, um langfristig Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie zu gewährleisten. Die Bürger wissen, dass der Abschied von der Kernenergie nicht zum Nulltarif zu haben ist.
Kommt 2012 der flächendeckende Mindestlohn - und warum (nicht)?
Die FDP-Bundestagsfraktion lehnt die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns weiterhin ab. Auch ein anfangs niedriger gesetzlicher Mindestlohn würde aufgrund parteipolitischer Überbietungswettbewerbe schneller als die Durchschnittslöhne steigen. Ein Blick nach Frankreich und England zeigt, dass dies dann auf Kosten von Berufseinsteigern, Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen geht. Die Lohnfestsetzung ist Aufgabe der Tarifparteien. Vorstellbar sind jedoch Mindestlöhne, die zwischen den verantwortlichen Tarifpartnern vereinbart werden.
Damit befasse ich mich mal näher, weil …
Ende letzten Jahres hat der Deutsche Bundestag eine weitere Verlängerung der Beteiligung der Bundeswehr an der europäisch geführten Operation Atalanta zur Piraterie-Bekämpfung am Horn von Afrika beschlossen. Dabei ist klar, dass wir alleine mit militärischen Mitteln nur einige der Symptome der Piraterie bekämpfen können. Umso wichtiger ist es, endlich an die Hintermänner der lukrativen "Pirateriewirtschaft" heranzukommen. Es ist bekannt, dass die Drahtzieher in London oder in Nairobi sitzen. Ich erwarte, dass die Europäische Union auch hier geeignete Gegenmaßnahmen ergreift, deshalb werde ich an dieser Stelle in den nächsten Wochen mehr politischen Druck machen und die Bundesregierung auffordern, sich auf europäischer Ebene für das Aufspüren und Dingfestmachen der Drahtzieher einzusetzen.
Rhein-Zeitung Linz, Neuwied vom Freitag, 20. Januar 2012, Seite 20.
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